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TV-Tipp: Anna Loos in “Die Stadt und die Macht”

Die Stadt und die Macht

Als Anna Loos 2011 die GOLDENE KAMERA als “Beste deutsche Schauspielerin” verliehen bekam, wurde das große Talent der gebürtigen Brandenburgerin gewürdigt, ohne gekünstelte Dramatisierung glaubhafte Frauenfiguren zu erschaffen. Besonders hervorgehoben wurde ihre Darstellung der alkoholkranken Gattin eines DDR-Funktionärs im Mehrteiler “Weißensee” von Regisseur Friedemann Fromm, mit dem die 45-Jährige jetzt eine neue Premium-Serie auf die Beine gestellt hat.

In “Die Stadt und die Macht” werden wir 6 Folgen lang Zeuge, wie Anwältin Susanne Kröhmer (Loos) in die Politik wechselt und im Wahlkampf um das Berliner Bürgermeisteramt von einer lokalpolitischen Idealistin zur kühl kalkulierenden Karrieristin mutiert. Stilistisch an den US-Quotenhit “House of Cards” erinnernd, taucht die vom langjährigen Wahlkampfstrategen Frank Stauss beratene Mini-Serie inhaltlich in die Niederungen des Berliner Politdschungels ab. Die von Susannes Vater (Thomas Thieme) als patriarchalem Fraktionschef geführte Partei und deren Bündnispartner sind nämlich in diverse Bauskandale verwickelt – ein Intrigengeflecht, in das sich auch unsere ambitionierte Heldin zu verstricken droht. Dass dabei “Die Stadt und die Macht” den Vergleich mit dem großen dänischen Politserien-Vorbild “Borgen: Gefährliche Seilschaften” nicht scheuen muss, ist vor allem Anna Loos zu verdanken. Denn im steinigen Weg ihrer Figur auf dem Weg zur Spitzenkandidatin lässt Loos immer durchschimmern, dass es im Kern um den privaten Befreiungskampf einer Frau aus einer ödipalen Vaterfixierung geht. Ein bewusst über die Inszenierung machtpolitischer Strukturen hinausgehender Serienaspekt, wie Anna Loos im exklusiven HÖRZU-Interview verrät: “Man kennt Politiker, nicht aber die Menschen dahinter. Hin und wieder kriegt man davon etwas mit in den Medien, wenn private Skandale aufpoppen – aber das ist ja relativ selten. Man merkt aber, dass Politiker Menschen sind, die den Privatmensch oft wegdrücken müssen. Ihnen wird Authentizität abverlangt, aber sie dürfen nicht zu emotional sein. Sie müssen immer einen klaren Kopf haben und eloquent sein, aber sie dürfen nie über die Strenge schlagen – auch nicht verbal. Für mich war es interessant hinter die Kulissen zu schauen.”

“Die Stadt und die Macht” läuft jeweils in Doppelfolgen am 12., 13. und 14. Januar um 20:15 Uhr im Ersten.

Und wer nicht genug von Anna Loos bekommen kann, darf sich auf den Herbst 2016 freuen. Da geht die vieltalentierte Schauspielerin mit ihrer Band Silly und neuem Album auf Deutschlandtour. Die genauen Termine sind im Video zu finden…

Foto: © ARD/Frédéric Batier/Montage