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Prochnow vs. Bleibtreu: “Die dunkle Seite des Mondes”

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Im Schatten des “Rocky”-Ablegers “Creed” ist am 14. Januar ein kleiner aber sehr feiner Thriller gestartet, für den sich der Weg ins Kino ebenfalls mehr als lohnt. Denn dass “Die dunkle Seite des Mondes” des aufstrebenden Regisseurs Stephan Rick (“Unter Nachbarn”) aus dem viel gescholtenen Segment deutscher Genreproduktionen herausragt, ist nicht nur der faszinierend durchkomponierten Inszenierung, sondern auch GOLDENE KAMERA-Gewinner Jürgen Prochnow zu verdanken, der als mephistophelischer Gegenspieler Hauptdarsteller Moritz Bleibtreu zu einer grandiosen Schauspielleistung pusht.

In der Verfilmung des gleichnamigen Romans des Schweizer Bestsellerautoren Martin Suter schlüpft Bleibtreu in die Rolle des gewieften Wirtschaftsanwalts Urs Blank, der in eine Sinnkrise verfällt, nachdem eines seiner “Opfer” vor seinen Augen Selbstmord begeht. Als ein Drogentrip mit Magic Mushrooms keinen Trost spendet, sondern Blank mit dem vollen Ausmaß seiner wölfischen Persönlichkeit konfrontiert, beschließt er, der Zivilisation den Rücken zu kehren. Doch so einfach lässt der übermächtige Wirtschaftsboss Pius Ott (Prochnow) seinen einstigen Zögling nicht ziehen.

Prochnows Glanzleistung in “Die dunkle Seite des Mondes” ist charakteristisch dafür, wie der 74-Jährige seit seinem Durchbruch im Jahr 1981 dem Kino auch international seinen Stempel aufdrückt. Die Darstellung des unerschütterlichen Kapitänleutnants Willenbrock in Wolfgang Petersens Meisterwerk “Das Boot”, für dessen TV-Langfassung Jürgen Prochnow 1986 die GOLDENE KAMERA verliehen bekam, machte den gebürtigen Berliner zum gefragten Charakterdarsteller, der Superstars wie Eddie Murphy (“Beverly Hills Cop 2″), Sylvester Stallone (“Judge Dredd”), Harrison Ford (“Air Force One”) oder Kiefer Sutherland in der letzten “24”-Staffel die Show stahl. Prochnows Reputation als Hollywood-Exportschlager und parallel in deutschen Produktionen auftrumpfende Schauspielkoryphäe spiegelt sich auch in seinen Auftritten als GOLDENE KAMERA-Laudator wieder. Insgesamt drei Mal war Jürgen Prochnow bislang als sachverständiger Preisredner im Einsatz: 2012 für den besten Fernsehfilm “Liebesjahre” seines langjährigen Regie-Gefährten Matti Geschonneck, 2007 zum 25. Film-Jubiläum von “Das Boot” und 2001 für seine Hollywood-Kollegin und “beste Schauspielerin international” Kate Winslet. Auch für diesen unermüdlichen Einsatz im Zeichen ausgezeichneten Entertainments Hut bzw. Schiffermütze ab, Herr Kaleun!

Foto: © Alamode Film/Fabien Arséguel e.K.